Die Stadtwerke Sinzig - eine erfolgreiche Firma in schmucken Mauern
| Kategorie Stadtwerke | Freitag, den 19. März 2004 |
Das Gebäude der Sinziger Stadtwerke wurde kürzlich hundert Jahre alt
Im Jahr 2004 feiert das Gebäude der Sinziger Stadtwerke sozusagen seinen 100. Geburtstag. Und in den letzten 100 Jahren gab es in Sinzig auch eine ganze Reihe technischer Neuerungen und Veränderungen.
Hinter den schmucken Mauern im Baustil des ganz frühen 20 Jahrhunderts ist eine überaus erfolgreiche Einrichtung untergebracht, die zudem noch das Lebensmittel Nummer eins liefert. “Kölner Straße 24″ lautet die Postanschrift der Stadtwerke Sinzig mit ihren Unterabteilungen Wasser und Abwasser. Daneben sind die Stadtwerke noch für drei weitere Betriebe tätig, nämlich die Bad Bodendorf Kurbad GmbH, die Innovations- und Gründerzentrum GmbH und den Abwsserzweckverband Untere Ahr. Hinter den Mauern der Stadtwerke schlägt also quasi das wirtschaftliche Herz der Stadtverwaltung Sinzig.
Erst jüngst bekam der Bau frische Farbe verpasst und erinnert eher an ein kleines Museum, denn an einen schlichten Verwaltungsbau. Dabei zogen die Stadtwerke erst in den Jahren 1980 / 81 an jenen Ort zurück, an dem ihre Geschichte vor fast genau 100 Jahren technisch begann.
Der heutige Werkleiter Bernd Lischwé und sein Team von 14 Kollegen arbeiten also in einem schmucken Umfeld, das auch allen Anforderungen einer modernen Verwaltung genügt. Und die Firma - pardon, der Eigenbetrieb Stadtwerke der Stadt - ist wirtschaftlich kerngesund, was sich regelmäßig in den Jahresabschlüssen mit ordentlichen Gewinnen widerspiegelt.
In der heutigen Zeit sind Wasser und Strom schiere Selbstverständlichkeit. Die Geschichte der Sinziger Stadtwerke zeigt, das dies noch vor fünf Genrationen auch in Sinzig völlig anders war.
Denn erst im Oktober 1887 beschloss der damalige Stadtrat den Bau einer Wasserleitung. Die war wohl 1890 mit Wasserentnahme an der Ahr und Hochbehälter auf dem Mühlenberg fertig. Der spätere Brunnen am Ahrufer nur wenige Meter von den Stadtwerken entfernt lässt sich heute noch ebenso ausmachen wie das Wasserhäuschen auf dem Mühlenberg.
Die Geburtsstunde des Gebäudes der heutigen Stadtwerke schlug fast genau vor 100 Jahren. Wie Hans Kleinpass in “Sinzig und seine Stadteile” ausführt, begann im Juni 1903 die Firma Gebrüder Körting aus Körtingsdorf bei Hannover mit dem Bau eines Elektrizitäts- und Wasserwerkes. Die Jungs vom Bau müssen in den damaligen Zeiten richtig Tempo gemacht haben, denn am 23. Dezember 1903 liefen die Elektropumpen da machte die Kombination Sinn erstmals an und speisten Trinkwasser ins damals vorhandene Leitungsnetz. Ab den 1. Januar 1904 wurde erstmals auch Strom an ganz spärlich vorhandene private Kundschaft abgegeben. Die Sparte Stromerzeugung gab die Stadt im Februar 1914 an den “Berggeist” eine Vorgängerfirma der RWE ab.
Die “Nachbarschaft RWE und Wasserwerk” blieb noch über viele Jahre erhalten. Walter Comes, bis Ende der Neunziger Jahre “Wassermeister in Familienerbe” weiß aus diesen Zeiten noch einige Kuriositäten zu erzählen. “Über Jahrzehnte hinweg mussten wir, wenn wir zu unseren Pumpen wollten durch die Privatwohnungen der RWE-Mitarbeiter und das natürlich zu jeder Tages und Nachzeit”, so Comes, der 1965 in Sinzig seinen Dienst als Wassermeister antrat. Damals trat er übrigens die Nachfolge seines Vaters Peter an, der diesen Posten im Jahre 1919 übernommen hatte.
Zum Jahreswechsel 1903/1904 sah in Sinzig halt vieles noch völlig anders aus, als dies heute, 100 Jahre später der Fall ist.



