Regenwassernutzung: Gut für die Umwelt, aber finanziell meist wenig interessant
| Kategorie Stadtwerke | Donnerstag, den 4. Mai 2006 |
Eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA) belegt: Regenwassernutzung ist zwar aus Umweltgesichtspunkten sicher sinnvoll, aber unwirtschaftlich
Die Nutzung von Regenwasser im Haus, insbesondere für die Toilettenspülung, teilweise auch für das Wäschewaschen, ist zwischenzeitlich weit verbreitet. Vorrangig in Neubaugebieten werden solche Anlagen zunehmend standardmäßig eingebaut. Zumeist wird damit eine Kostenersparnis gegenüber dem Bezug von Trinkwasser aus der Leitung erwartet.
Dass diese Kosteneinsparungen sich in der Regel gar nicht realisieren lassen, stellt nun auch das Umweltbundesamt (UBA) in seiner neuen Broschüre zur “Nutzung und Versickerung von Regenwasser” fest. Eine ordnungsgemäße technische Realisie-rung, insbesondere die geforderte strikte Trennung vom Trinkwassersystem, einschließlich der notwendigen Wartungsmaßnahmen setze nicht nur ein hohes Maß an Eigenverantwortung voraus. Vielmehr sei die erhoffte Ersparnis gegenüber dem Trinkwasserbezug wegen der damit verbundenen, tatsächlichen Kosten unwahrscheinlich. Eine in der Broschüre enthaltene modellhafte Vollkostenrechnung, d.h. einschließlich der Zinskosten, führt zu der Aussage: Eine Regenwassernutzungsanlage kann sich nur rechnen, wenn sie mit öffentlichen Mitteln gefördert wird. Hinzu komme, dass eine ganzjährige Nutzung wegen der Ungleichmäßigkeit der Niederschläge in der Regel nicht möglich sei.
Zudem verbleiben laut UBA erhebliche hygienische Risiken. Deswegen lehnt das UBA jegliche Verwendung für das Wäschewaschen ab. Besonders hohe Risiken bestünden bei immungeschwächten Personen (Kleinstkinder, Alte, Kranke) sowie im Zusammenhang mit der Nachsorge von Wunden. Uneingeschränkt zu empfehlen sei nur die Nutzung des Regenwassers zur Bewässerung im Garten.
Die Stadtwerke Sinzig teilen die Auffassung des UBA in finanzieller Hinsicht. “Durch die niedrigen Wasserpreise ist die Anschaffung einer Regenwassernutzungsanlage auch in Sinzig oft nicht lohnend. Gleichwohl ist die Nutzung von Regenwasser aus ökologischer Sicht aber eindeutig wünschenswert”, so Werkleiter Bernd Lischwé. Letztendlich stellt sich also die Frage: Siegt das Portemonnaie oder das Umweltbewusstsein?



