Jüdisches Mahnmal in Sinzig neu gestaltet

Das Jüdische Mahnmal in der Rheinstraße in Sinzig wurde durch die Stadt Sinzig neu gestaltet und zu einem Friedensmal erweitert. Mit der Umgestaltung soll das Gedenken an die jüdische Gemeinde Sinzig und die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung gestärkt werden. Zugleich soll der Ort ein sichtbares Zeichen für Frieden, Toleranz und ein respektvolles Miteinander setzen.
Die Stadt Sinzig und das Bürgerforum Sinzig e. V. laden alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich zu einer Feier- und Gedenkstunde am Sonntag, 8. November, um 14 Uhr am neugestalteten Mahnmal in der Rheinstraße ein. Der Termin wurde bewusst auf den Vortag des Jahrestages der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 gelegt. Gemeinsam soll der Opfer gedacht und ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit gesetzt werden.

Eine Initiative für lebendige Erinnerungskultur

Angestoßen wurde das Projekt von der Projektgruppe Erinnerungskultur des Bürgerforums Sinzig. Bereits 2018 hatte sie anlässlich des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht zu einem Stolpergang eingeladen, der in den folgenden Jahren wiederholt wurde. Die Veranstaltungen trugen dazu bei, das Bewusstsein für die lokale Erinnerungskultur zu stärken. Inzwischen wurden auch in Sinzig Stolpersteine verlegt. Die Neugestaltung des Mahnmals fand ebenfalls die Zustimmung des Stadtrates.
Die Corona-Pandemie und insbesondere die Flutkatastrophe im Jahr 2021 verzögerten zunächst die Umsetzung des Vorhabens. Nun konnte das Projekt abgeschlossen werden.
Bis auf die abschließende Bepflanzung der Grünfläche, die zeitnah folgen wird, ist die Neugestaltung des Mahnmals inzwischen fertiggestellt.

Vom Mahnmal zum Friedensmal
Der Entwurf für die Neugestaltung stammt vom Sinziger Künstler Titus Reinarz, der bereits das ursprüngliche Mahnmal gestaltet hatte. Auf der Straßenseite wurden Stahlplatten installiert, deren Durchgang den Blick auf das bestehende Mahnmal freigibt. Ein durchgängiger Schriftzug im oberen Drittel der Platten greift das hebräische Wort „Shalom“ auf, das auf dem ursprünglichen Mahnmal zu finden ist, und ergänzt es um das deutsche Wort „Frieden“.
Damit wird die universelle Bedeutung des Friedensgedankens hervorgehoben. Die Erweiterung soll nicht nur an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus erinnern, sondern auch das Gedenken an weitere Opfer stärken. Zugleich verweist sie auf die anhaltende Aktualität der Erinnerung angesichts heutiger fremdenfeindlicher Tendenzen.
Mit der Neugestaltung wird der historische Ort als Mahn- und Erinnerungsstätte sichtbarer. Er soll dazu beitragen, die Erinnerung an die jüdische Gemeinde Sinzig und die nationalsozialistischen Verbrechen wachzuhalten und die Bedeutung von Toleranz, Menschlichkeit und friedlichem Zusammenleben in das Bewusstsein der Gegenwart zu rücken.
Für die Umsetzung des Projekts standen LEADER-Fördermittel der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Rhein-Ahr zur Verfügung.

Einladung zum gemeinsamen Gedenken
Die Stadt Sinzig und das Bürgerforum Sinzig e. V. freuen sich über zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger, die am Sonntag, 8. November, um 14 Uhr an der Feier- und Gedenkstunde in der Rheinstraße teilnehmen. Gemeinsam soll innegehalten und ein Zeichen für eine lebendige Erinnerungskultur, Toleranz und ein friedliches Miteinander gesetzt werden.